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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist Angst, wie entsteht sie und wann wird sie krankhaft?


Administrator
12.11.2002, 00:45
Angst an sich ist eine normale und notwendige Funktion bzw. Schutzreaktion von Körper und Seele, die dem Überleben dient. Schon in der Frühzeit der Entwicklungsgeschichte des Menschen sorgte sie z.B. dafür, auf drohende Gefahren oder Angriffe blitzschnell reagieren zu können, sei es in Form von Flucht oder Angriff. Angst ist ein Gefühl, was jedem Menschen bekannt ist. Grundsätzlich kann sie wohl als ein unangenehm empfundenes Gefühl von Bedrohung beschrieben werden. Auch heute sind solche Schutzreaktionen erforderlich, z.B. im Straßenverkehr, wenn ein Fußgänger vor einem plötzlich auftauchenden Auto davonläuft. Die körperlichen Abläufe sorgen dann für eine blitzschnelle und heftige Reaktionen. Allerdings baut sich der Anspannungszustand normalerweise genauso schnell wieder ab, wie er gekommen ist. Nach Beseitigung der Bedrohung sollte diese Angst auch verschwinden.

Jede natürliche Form der Angst wird von Symptomen begleitet, die sowohl körperliche (z.B. Herzrasen und -stolpern, Atembeschwerden, Erstickungsgefühle, Flimmern vor den Augen, Schwindel, Taubheits- oder Kribbelgefühle, Schwitzen, Muskelverspannungen u.a.), als auch seelische (Angst vor Kontrollverlust, Ohnmacht, Herzinfarkt, Tod u.a.) Folgen nach sich ziehen. Diese Folgen sind natürliche Mechanismen, die zur Flucht vor einer angstbesetzten Situation herausfordern oder als Schutz vor Überlastung dienen. Wird Angst aber zu einer krankhaften Erscheinungsform, hilft dieser Fluchtmechanismus nicht. Das liegt vor allem daran, dass diese Angst von außen häufig unreal und nicht objektiv begründbar erscheint. Häufig sieht das auch der Betroffene so, kann aber nichts dagegen tun und leidet unter den Symptomen. Deshalb sollte unkontrollierbare Angst unbedingt ärztlich behandelt werden.

Menschen mit Angststörungen haben einen mehr oder weniger starken Leidensdruck, der von Außenstehenden selten nachvollzogen werden kann. Dabei stehen sie nicht alleine, auch wenn sie sich häufig so fühlen, denn etwa 10 % der Bevölkerung leidet an Angstzuständen von behandlungsbedürftigem Ausmaß, wobei die Dunkelziffer noch höher liegt. Bei den Angsterkrankungen werden Panikattacken, die generalisierte Angststörung, sowie Phobien unterschieden. Bei fehlender Therapie wird die Erkrankung häufig chronisch und es kommt zum sozialen Rückzug, zu Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch. Viele Betroffene haben auch einen langen Ärzteweg hinter sich, wobei häufig leider nur die Symptome der Angst untersucht und die Betroffenen für gesunden befunden werden, falls organisch nichts weiter vorliegt. Jedoch gibt das wiederum diesen Menschen langfristig auch keine Sicherheit, man glaubt eher daran, dass die Krankheit nicht gefunden wurde und die Suche geht weiter.

Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung von krankhafter Angst, die sich auf tiefenpsychologischen, verhaltenstechnischen, als auch neurobiologischen Aspekten begründen.