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Administrator
11.12.2002, 12:21
Das Wort Depression kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Herabgedrücktsein. Es herrscht eine tieftraurige Stimmung vor oder es werden Gefühllosigkeit und innere Leere empfunden in Verbindung mit Antriebslosigkeit. Neben den seelischen Krankheitszeichen sind fast immer auch körperliche Beschwerden vorhanden (sämtliche Körperfunktionen, die vom vegetativen Nervensystem beeinflußt werden, wie Schwitzen, Zittern, Schwindel, Herzklopfen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Völlegefühl, Kopfdruck, Rückenschmerzen, Beklemmungen, Atembeschwerden, Kloßgefühl im Hals, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit u.a.).

Depressionen können nach den vermuteten Ursachen oder nach dem Verlauf der Erkrankung und dem Schweregrad eingeteilt werden. Es werden einmalige depressive Episoden von wiederkehrenden depressiven Störungen und chronischen depressiven Zuständen unterschieden.

Die Depression zählt zu den häufigsten Krankheiten, in Industrieländern ist sie inzwischen die wichtigste Volkskrankheit. Etwa 5 % der Bevölkerung in Deutschland leidet darunter und die Zahl derer, die im Laufe ihres Lebens irgendwann daran einmal erkranken, ist 2-3 mal höher. Die Depression wird oft in Häufigkeit und Schwere unterschätzt. Sie läßt sich nicht so leicht diagnostizieren wie andere Krankheiten, da die Betroffenen sie nicht unbedingt als Erkrankung, sondern eher als persönliches Versagen erleben. Und weil jeder schon mal depressive Verstimmungen erlebt hat, ist es schwierig, zwischen alltäglichen Stimmungesschwankungen und depressiven Erkrankungen zu unterscheiden.

Depressive Patienten sind einem erhöhten Leidensdruck ausgesetzt und ihre Lebensqualität ist häufig in fundamentaler Weise eingeschränkt. Sie können keine Lebensfreude empfinden und die Schwere des subjektiven Leidens führt häufig dazu, dass die Patienten ihren Zustand für unerträglich erleben, sowie zu Suizidgedanken, -versuchen bis hin zum Suizid selbst (15-20 % der Patienten mit dauerhaften schweren Depressionen). Ältere depressiv erkrankte Menschen können zudem infolge von Bettlägerigkeit, Bewegungsmangel und Inaktivität sterben. Eine weitere Gefahr besteht für depressive Menschen darin, dass aufgrund der permanenten Aktivierung der körpereigenen Streßsysteme in den depressiven Phasen langfristig ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen u.a. besteht.

Sozial gesehen besteht die Gefahr der Isolation und emotionaler Vereinsamung aufgrund des Rückgangs zwischenmenschlicher Kontakte, sowie Leistungsabfall in Beruf und Leben an sich.

Die Depression ist eine Gemüts-, aber keine Geisteskrankheit und kann verschiedene körperliche und seelische Ursachen haben. Angsterkrankungen und Depressionen stehen in einem engen Zusammenhang und bedingen sich gegenseitig.

Anmerkung:
Für Menschen in einer akuten Krisensituation ist dieses Forum eindeutig der falsche Ort, um sich Hilfe zu holen - in solch einer Situation bitte an den behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die Ambulanz der nächstgelegenen Psychiatrischen Klinik oder die Telefonseelsorge wenden.

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