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Administrator
05.03.2002, 00:54
Jeder zehnte Deutschen leidet an Panikattacken und sogar jeder vierte erlebt sie mindestens einmal in seinem Leben! Die Panikattacke ist eine Form der Angst, die einen scheinbar plötzlich und ohne äußere Ursache wie aus heiterem Himmel überfällt. Panikattacken sind durch starke Angst bis hin zur Todesangst gekennzeichnet, die sich extrem symptomatisch auswirken können.

Während einer Panikattacke können die unterschiedlichsten vegetativen und psychische Symptome auftreten, die in engem Zusammenhang stehen und dem Betroffenen das Gefühl geben, ein organisches Problem zu haben, was die Angst wiederum verstärkt und die Panikattacke am "Leben" erhält (Teufelskreis der Angst). Die Dauer einer Panikattacke ist unterschiedlich und hängt von der Aufklärung des Betroffenen und seinen eigenen Fähigkeiten mit einer Panikattacke therapeutisch umzugehen ab. Sie kann von wenigen Minuten bis mehreren Stunden andauern und hinterher fühlt man sich extrem ausgelaugt, da psychisch und physisch sehr viel Energie verbraucht wird. Panikattacken können eine unterschiedliche Schärfe haben, wobei es Entspannung für den Betroffenen oft nur nach dem extremen ausgelebten Höhepunkt einer Panikattacke gibt, sofern ihm die Möglichkeiten fehlen, damit umzugehen. Im fortgeschrittenen Stadium der Angsterkrankung können Panikattacken auch mehrmals hintereinander auftauchen.

Die vegegativen Symptome sind keine Einbildung, sondern real vorhanden, nur besteht bei einem organisch gesunden Menschen keine größere Gefahr, als z.B. beim Sport treiben. Für den Betroffenen ist das allerdings kein Unterschied, denn auch die psychischen Symptome wie Todesangst werden als real empfunden und so erlebt ein Betroffener bei einer krassen Panikattacke immer wieder aufs neue seine persönliche "Hölle". Wenn der Betroffene es schafft, sich während einer Panikattacke klar zu machen, dass diese rein psychisch bedingt ist und keine Gefahr besteht, wird mit nachlassender Angst auch der Nährboden für die Attacke genommen und sie verläuft weniger schwerwiegend.

Die Symptome sind vielfältig. Durch die Angst an sich ist der Körper in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Hinzu kommen Symptome, welche die Todesangst des Betroffenen verstärken, was sich vor allem auf Versagen des Kreislaufs und damit Störungen des Herz-Kreislauf-Systems bezieht. Es ist selbst nach Jahren der Verbesserung der Beschwerden (und eventuellen Therapien) noch möglich, durch völlig neue und dem Betroffenen unbekannte Symptome wieder in den Zustand der bekannten und bereits zu überwunden geglaubten existenziellen Grundangst zurückversetzt zu werden.


vegetative Symptome:

Herzrasen (Puls bis über 200), Herzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag, erhöhter Blutdruck
Druck am ganzen Körper, insbesondere Brustkorb und Hals, Kopfschmerzen
Atembeschwerden, Schmerzen in der Brust, Herzschmerzen und -stiche
Schweißausbbrüche
Zittern
Mundtrockenheit
Übelkeit und Mißempfindungen im Magen, Durchfall


psychische Symptome:

Angst vor körperlichem Versagen, Todesangst
Beklemmungsgefühle am ganzen Körper, das Gefühl "erdrückt" zu werden, Platzangst
Schwindel, Schwäche und Gefühl umkippen zu müssen, Benommenheit, Unsicherheit
Angst die Kontrolle zu verlieren
Entfremdungsgefühl gegenüber der eigenen Person (Depersonalisation), Gefühl der Unwirklichkeit der Umwelt (Derealisation)
Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertsein und keine Chance dem zu entkommen