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19.03.2002, 13:43
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) konnten in einer Untersuchung an Rauchern das Risiko für einen Myokardinfarkt senken.
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) konnten in einer Untersuchung an Rauchern das Risiko für einen Myokardinfarkt senken. Das berichten Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von Circulation. In die Untersuchung eingeschlossen waren die Wirkstoffe Paroxetin, Fluoxetin, Fluvoxamin und Sertralin. Bislang haben Studien nahe gelegt, dass Depressionen ein Risikofaktor für Herzerkrankungen sind und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Tod nach einem Myokardinfarkt einhergehen.
Die Theorie der Wissenschaftler: Die Wirkstoffe könnten das Herz auf die gleiche Weise schützen wie Aspirin - indem sie die Blutgerinnung herabsetzen und die Verklumpung der Blutplättchen verhindern. Die Forscher verglichen 653 Patienten aus der Region um Philadelphia, die nach einem ersten Myokardinfarkt ins Krankenhaus gekommen waren, mit einer randomisierten Kontrollgruppe von 2990 Menschen, die noch keinen Myokardinfarkt erlitten hatten. Alle Studienteilnehmer waren zwischen 30 und 65 Jahre alt und rauchten.
In erster Linie war die 28-monatige Studie darauf angelegt, den Wert von Nikotin-Pflastern in der Prävention eines Myokardinfarkts zu testen. Detaillierte Informationen zu dem Gebrauch von Antidepressiva wurden jedoch ebenfalls abgefragt und im Hinblick auf einen Myokardinfarkt ausgewertet. 87 Prozent der Patienten, die SSRI nahmen, hatten sie gegen Depressionen verschrieben bekommen, 3,5 Prozent gegen Angststörungen und 9,1 Prozent aus unbekannten oder anderen Gründen. Den Daten zufolge hätten die SSRI das Herzinfarktrisiko um 65 Prozent gesenkt, erklärte Dr. Prof. Dr. Stephen E. Kimmel. Die Ergebnisse müssten allerdings noch bestätigt werden.
Ein Nachteil der Studie ist allerdings, dass keine Depressionsskalen eingesetzt wurden: Daher lässt sich nicht unterscheiden, ob das geringere Risiko auf eine Besserung der Depression oder auf die pharmakologischen Effekte der SSRI zurückzuführen ist. Eine Beteiligung der pharmakologischen Effekte, vor allem auf die verminderte Blutgerinnung, sei allerdings wahrscheinlich, meinen die Forscher.
Quelle: Circulation (2001) Vol.104, S. 1894 - 1898
Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) konnten in einer Untersuchung an Rauchern das Risiko für einen Myokardinfarkt senken. Das berichten Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von Circulation. In die Untersuchung eingeschlossen waren die Wirkstoffe Paroxetin, Fluoxetin, Fluvoxamin und Sertralin. Bislang haben Studien nahe gelegt, dass Depressionen ein Risikofaktor für Herzerkrankungen sind und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Tod nach einem Myokardinfarkt einhergehen.
Die Theorie der Wissenschaftler: Die Wirkstoffe könnten das Herz auf die gleiche Weise schützen wie Aspirin - indem sie die Blutgerinnung herabsetzen und die Verklumpung der Blutplättchen verhindern. Die Forscher verglichen 653 Patienten aus der Region um Philadelphia, die nach einem ersten Myokardinfarkt ins Krankenhaus gekommen waren, mit einer randomisierten Kontrollgruppe von 2990 Menschen, die noch keinen Myokardinfarkt erlitten hatten. Alle Studienteilnehmer waren zwischen 30 und 65 Jahre alt und rauchten.
In erster Linie war die 28-monatige Studie darauf angelegt, den Wert von Nikotin-Pflastern in der Prävention eines Myokardinfarkts zu testen. Detaillierte Informationen zu dem Gebrauch von Antidepressiva wurden jedoch ebenfalls abgefragt und im Hinblick auf einen Myokardinfarkt ausgewertet. 87 Prozent der Patienten, die SSRI nahmen, hatten sie gegen Depressionen verschrieben bekommen, 3,5 Prozent gegen Angststörungen und 9,1 Prozent aus unbekannten oder anderen Gründen. Den Daten zufolge hätten die SSRI das Herzinfarktrisiko um 65 Prozent gesenkt, erklärte Dr. Prof. Dr. Stephen E. Kimmel. Die Ergebnisse müssten allerdings noch bestätigt werden.
Ein Nachteil der Studie ist allerdings, dass keine Depressionsskalen eingesetzt wurden: Daher lässt sich nicht unterscheiden, ob das geringere Risiko auf eine Besserung der Depression oder auf die pharmakologischen Effekte der SSRI zurückzuführen ist. Eine Beteiligung der pharmakologischen Effekte, vor allem auf die verminderte Blutgerinnung, sei allerdings wahrscheinlich, meinen die Forscher.
Quelle: Circulation (2001) Vol.104, S. 1894 - 1898