Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : was ist kognitive Vehaltenstherapie ?
Hallo,
Ich lese immer wieder auf verschiedenen seiten im Netz das die kognitive Verhaltnstherapie innerhalb von 12 Stunden die Angst heilen kann.
Aber was ist Kognitive Verhaltenstherapie ?
LG Kerstin
was das für eine thrapie sein würde intressiert mich auch,
Matthias
Administrator
03.03.2004, 02:12
Wenn man von Verhaltenstherapie spricht, meint man die kognitive Verhaltenstherapie. Als Kognition bezeichnet man Prozesse der Wahrnehmung, des Erkennens und Denkens, Schlussfolgerns, Urteilens, Erinnerns usw.
Befürworter dieser Therapieform gehen davon aus, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens durch persönliche Erfahrungen und deren Nachahmung für ihn typische Verhaltensmuster, Einstellungen und emotionale Reaktionsweisen "erlernt". Und diese antrainierten Verhaltensmuster sorgen dann z.B. in Belastungsituationen für diese unangenehmen Dinge wie Depressionen, Panikattacken, Zwangserkrankungen usw.
Die Therapie baut auch darauf auf, dass es für den Behandlungserfolg irrelevant ist, was in der Vergangenheit passierte .. und man durch das langfristige "Erlernen" von neuen Verhaltensmustern alles in den Griff kriegt .. egal was war. Man arbeitet also vor allem am Verhalten und nicht am Kern in einem, was auch immer in seiner Seele steckt ... wo die Psychoanalyse z.B. ansetzt. Grundsätzlich läßt sich die Verhaltenstherapie auch wunderbar in allen anderen "normalen" Bereichen des Lebens anwenden .. bei allem, was irgendwie mit Lebensbewältigung oder Änderung einer Verhaltensweise zu tun hat (auch Süchte). Es ist keine Zauberei, sondern etwas, was jeder Mensch im Laufe seiner Entwicklung und seines Reifeprozesses automatisch mitmacht - nur hier sehr komprimiert und spezialisiert auf ein Thema angewendet.
Man beginnt in dieser Therapie zu verstehen, warum man wie reagierte und reagiert .. wie sich z.B. die Todesangst bei Panikattacken aufbaut usw. usf. .. dass eine Panikattacke nicht aus heiterem Himmel kommt .. dass nicht unsere Gefühle an erster Stelle stehen, sondern das, was wir denken und interpretieren aus dem, was wir wahrnehmen .. und das dann wiederum unsere Gefühle beeinflußt und nichts anderes. Das Verständnis der Dinge nimmt einem dadurch schon einmal irgendwie den Schrecken - speziell für Leute wie mich, die viele Jahre gar nicht wußten, dass all die über die Jahre immer stärker werdenden Probleme psychisch bedingt sind. Ich erzielte gerade in den ersten Wochen und Monaten der Therapie beachtliche Fortschritte, bis es dann zu einer Stagnation und später zu Rückfällen kam, die noch krasser ausfielen, als das was ich zuvor kannte. Aber dazu später mehr.
Die Verhaltenstherapie geht den umgekehrten Weg und es werden Verhaltensformen, Denkmuster und Einstellungen mit Hilfe des Therapeuten überprüft und "korrigiert" .. gerade anfangs benötigt man den Therapeuten als objektive Person, die einem hilft, diese krassen subjektiven Erlebnisse in einerem anderen Licht zu sehen.
In den Sitzungen werden Erlebnisse wie Panikattacken u.a. analysiert .. wie es sich aufbaute und warum ..
also versucht in einem richtigen Verhältnis darzustellen.
Die Hauptarbeit bleibt aber natürlich beim Patienten, der sich fortan "überwachen" muß ..die Gedanken und Gefühle. Kognitive Verhaltenstherapie ist sehr harte Arbeit .. und hat auch viel mit Glauben zu tun, da man gerade anfangs versucht, gegen seinen Menschenverstand zu "denken" und es einem häufig sogar so vorkommt, als ob man sich selbst bescheißt. Man benötigt starken Willen und Glauben daran .. jemand, der nur noch depressiv vor sich hin vegetiert ohne Hoffnung, dass sich seine Lage verbessern könnte und auf ein Wunder oder bessere Ärzte oder was weiß ich hofft, der wird in der Verhaltenstherapie scheitern. Es gibt gerade hier sehr viele Therapieabbrüche.
Das Selbstbeschiß-Gefühl hat natürlich auch seinen guten Grund ... nur mal ein Bsp. - jemand mit Herzneurose, der plötzlich Beklemmungen, Stiche, Schmerzen, Herzrasen usw. bekommt, was sich dann in einer heftigen Panikattacke mit Todesangst und allem drum und dran steigert, muß in dem Moment versuchen, die Sache zu "korrigieren" bzw. anders zu bewerten (was objektiv der Realität entspricht, aber man im Moment der Attacke während der "Bedrohung" und Todesangst natürlich ganz anders sieht) ... im Nachhinein ist diese reale Bewertung eigentlich auch nicht schwer, denn fast jeder Panikpatient weiß ja, dass diese Symptome rein vegetativ sind .. speziell wenn man endlose körperliche Untersuchungen hinter sich hat oder auch im Fall einer Panikattacke regelmäßig in die Notaufnahme kommt und gleich durchgecheckt wird, nur um gesagt zu bekommen, dass man kerngesund ist und es einem Stunden später sogar selbst lächerlich vorkommt, wenn die Angst erst einmal wieder abgeklungen ist und man sich beruhigt hat .. man weiß es, dass man eigentlich ja gesund ist und versucht es sich einzureden ... im Fall einer Attacke hilft das allerdings relativ wenig, da kann man nur versuchen, sich locker zu sagen - es geht vorbei, ich sterbe nicht, ich habe schon hunderte dieser Attacken hinter mir und so furchtbar es auch jedes einzelne mal war .. man war danach ausgelaugt, aber immer noch am Leben. Ich finde allerdings, dass das größte Problem in diesem Moment einer Attacke ist, dass diese Ohnmachtsgedanken wie Blitze kreuz und quer durchs Hirn schießen und letztlich all die Vorsätze nichts mehr helfen, wenn einen erst einmal wieder die echte Todesangst durch Mark und Knochen gegangen ist. Bei mir hat es manchmal geholfen, mich in dem Fall mit Gewalt auf völlig andere Gedanken zu konzentieren oder auch mit Hilfe von anderen .. manchmal klappte es.
Das Ziel ist, dass Körper und Geist durch dieses permanente Eintrichtern irgendwann automatisch so funktionieren und wenn man die Kraft hat, es lange genug durchzuziehen, funktioniert das auch oder zumindest teilweise und das ist dann schon einmal ein Fortschritt und jeder der regelmäßig Panikattacken hat, weiß auch, dass es "leichtere" gibt und dann wieder intensivere, die über Stunden gehen und völlig an der Substanz zehren .. und dass eine leichte Attacke zwar immer noch schlimm ist, aber halt besser wegzustecken. Wichtig ist es auch im Laufe der Therapie, reale Fortschritte sich permanent bewußt zu machen und diese für sich zu würdigen und nicht aufzugeben, nur weil es wieder einen Rückfall gab.
Langfristig stellt sich so ein Effekt des "Verlernens" ein, wobei das sicher das falsche Wort ist .. ich denke, was ein Mensch einmal lernte, vergißt er auch nicht .. z.B. wer einmal Fahrrad fahren lernte, kann es Jahre nicht tun und steigt dann trotzdem aufs Rad und fährt. So ist es mit allen Dingen.. und so ist es auch mit den Panikattacken. Ich denke, dass das jeder bestätigen kann, der die erste hinter sich hat und wie es sich dann entwickelte .. Richtig im Sinne der Verhaltenstherapie ist natürlich, dass wohl die wenigsten von uns diese Attacken schon seit Kindesalter haben .. die meisten haben Jahre und Jahrzehnte ohne diese gelebt - bei mir ging es auch erst mit 20 los. Und da ich nicht körperlich krank bin - es also keine objektive Berechtigung für die Todesangst während den Attacken gibt - muß es ein Verhalten sein, was man erlernte .. und was man wieder verlernen kann mit der richtigen Bewertung der Dinge.
Doch wenn man einmal die Grenze zu einer Panikattacke durchdrungen hat, ist man immer wieder anfällig dafür .. auch wenn Monate oder Jahre dazwischen liegen.
Mein Therapeut war anderer Meinung - logisch, kritische Hinterfragungen gefährdeten nur den Erfolg .. war auch bei anderen Dingen so.
Ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren, nur hab ich bisher noch niemanden kennen gelernt, der alleine mit Verhaltenstherapie für immer geheilt wurde. Aber schon eine Verbesserung bringt für manchen den Himmel auf Erden zurück .. von daher will ich das auf keinen Fall kritisieren, ich kann es nur nicht als Allheilmittel sehen .. gerade Psychologen verfechten gerne die eine oder andere Behandlungsform und dann gibt es ja auch noch die Leute, die verstärkt in Richtung Genetik forschen. Ich denke, dass man für alles offen sein sollte und als Patient eh alles probieren, was helfen könnte ..nur so kann man etwas finden, was wirklich hilft.
Aufgrund des Geschriebenen halte ich das mit den 12 Stunden auch für Quatsch .. diese Therapieform ist genau wie Psychoanylse sehr langwierig und mit viel Arbeit an sich selbst verbunden .. und geht mindestens mehrere Monate und sogar über Jahre. Sicher können bei jemandem, wo die Probleme noch nicht so tief sitzen, schon 12 Therapiestunden so einiges bringen und wenn man jede Woche eine Stunde mitnimmt, sind das ja auch 3 Monate. Aber wie ich schon mal schrieb ..die Therapiestunde ist ja nur eine Art der Auswertung mit Hilfe einer objektiven Person .. Vermittlung von Wissen. Die Hauptarbeit bleibt bei einem selbst und bestimmt in der Regel den ganzen Tag.
Es gibt verschiedene Meinungen, z.B. dass Psychoanalyse bei Panikpatienten nicht viel bringt, sondern eben eher eine Verhaltenstherapie und es ist auch statistisch nachgewiesen, dass das die erfolgreichste Therapieform ist .. was man aber nicht verallgemeinern sollte, dass es nun bei jedem so funktioniert.
Ich denke gerade auch aus eigenen Erfahrungen, dass man so etwas indivuduell entscheiden bzw. "erfahren" muß. Ich selbst habe dann fast 2 Jahre diese kognitive Verhaltenstherapie durchgezogen, die meinen Zustand zwar verbesserte und ich lernte, mit dem Problem zu leben (was immerhin eine beachtliche Steigerung war, denn vorher kannte ich weder das Problem, noch konnte ich damit leben) .. aber mein Leben war trotzdem qualvoll und bestimmt von Panikattacken und irgendwann hatte ich auch keine Kraft mehr zu kämpfen, es verschwand nie .. es gab Phasen, da hatte ich für Monate keine Attacken .. da wurde ich faul, ich wollte einfach wieder nur "normal" leben und am liebsten keine Erinnerung an diese ganzen Dinge haben .. aber dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zurück kommt. Und etwa 2 Jahre nach Ende der Therapie, kam dann ein richtig krasser Rückfall, der mich zurück katapultierte in die Zeit vor der Therapie und all das erlernte Wissen nichts mehr half bzw. eine versuchte Gegensteuerung meinerseits.
Später wurde mir gesagt, dass in meinem Fall die Dinge einfach zu tief eingebrannt sind, als dass eine Verhaltenstherapie wirklich den Kern packen könnte. Das glaube ich auch .. ich habe mir oft überlegt, wie einfach es eventuell gelaufen wäre, wenn ich in den ersten Monaten oder von mir aus Jahren, wo meine psychischen Probleme und die körperlichen Symptome ohne Erklärung begannen und später Panikattacken draus wurden .. was wäre gewesen, wenn ich damals schon die Chance gehabt hätte, die Dinge im richtigen Licht zu sehen .. und eine Therapie bekommen hätte? Bei mir brannten sich über 8 Jahre so viele schreckliche Erlebnisse ein, die ich nicht verarbeiten konnte .. aber wegstecken mußte, um überhaupt das normale Leben mit allen Anforderungen bestehen zu können.
Also - ich will nicht darüber urteilen .. es muß jeder einfach selbst herausfinden, was die geeignete Form der Therapie ist. Ich kann in dem Zusammenhang auch nur raten, verschiedene Psychologen aufzusuchen ... ich habe einige bereits erlebt und diese hatten teilweise sehr unterschiedliche Meinungen und ich fühlte mich auch mehr oder weniger verstanden. Mein jetziger Psychologe rät mir z.B. von einer erneuten Verhaltenstherapie ab.
Seit 2 Jahren hab ich Psychopharmaka für mich entdeckt (was auch nicht bei jedem funktioniert, aber bei mir wunderbar) und es wirkt wie eine Schutzmauer um mich herum, die innerhalb kürzester Zeit all die schrecklichen Dinge von mir abzublocken begann. In letzter Zeit ist diese Schutzmauer allerdings auch immer löchriger geworden. Ich weiß, dass das keine endgültige Lösung ist ... und vor allem keine therapeutische, denn es wird ja nix bewältigt dadurch. Andererseits denke ich, dass ich deutlich entspannter geworden bin ... das so lange gewünschte Abschalten wurde plötzlich in einer Form möglich, wie zuvor noch nie.
Und das sorgt irgendwie auch für Besserung. Ja, ich hatte auch hin und wieder mal eine Attacke oder besser gesagt eine sich anbahnende, die dann irgendwie im Innern abgeblockt wurde, bevor sie überhaupt zum Höhepunkt kam ..
In meinem Fall war das einfach die bessere Lösung - allerdings möchte ich im Nachhinein auch nicht das Wissen missen, was ich durch die Verhaltenstherapie erfuhr.
Ich werde, wenn ich genug Kraft und Zeit dafür habe, eine Tiefenanalyse angehen .. was mir jetzt begleitend geraten wird, einfach um zu verstehen, warum ich wurde wie ich bin .. und warum ich reagiere, wie ich reagiere. Das is eben der größte Unterschied .. die kognitive Verhaltenstherapie konzentriert sich therapeutisch wie nun groß und breit erklärt auf das Reagieren selbst anhand der Bewertungen.
Ich bin kein studierter Psychologe, ich hab mir so wie jeder andere wohl auch im Laufe der vielen Jahre der Beschäftigung mit diesem Problem so meine Gedanken gemacht, Dinge angelesen usw. usf. aber ich denke, dass die Psychologie sowieso als Wissenschaft noch relativ am Anfang steht und es ein Fehler wäre, Dinge absolut zu betrachten. Ich halte es also für einen Fehler pauschal zu sagen - die kognitive Verhaltenstherapie ist das Allheilmittel bei Panikattacken oder anderen Angsterkrankungen. Man muß einfach offen sein .. aber wer das noch nicht probiert hat und denkt, es könnte helfen bzw. man hat die Power dazu .. der sollte sich ruhig mit diesem Thema mal beschäftigen.
Administrator
03.03.2004, 02:23
Ich habe zum Thema noch einen Literaturtip .. das folgende Buch wurde mir damals therapiebegleitend empfohlen und ich habe es mehrmals durchgearbeitet, ja fast auswendig gelernt ;)
Es bringt eigentlich alles zu diesem Thema Kognitive Verhaltenstherapie auf den Punkt, es ist als eine Art Handbuch recht einfach und verständlich geschrieben und brachte mir damals recht viel. Es ist kein Therapie-Ersatz .. allerdings findet man dort auch genug Ansätze und Methoden zum Thema, um "arbeiten" zu können. Weiterhin steht dort viel zum Thema Panikattacken/Angsterkrankungen in einer recht direkten und ausführlichen Form, wie ich es bis dahin noch nicht woanders fand ... die Autorin Doris Wolf ist selbst praktizierende Therapeutin.
Doris Wolf - Ängste verstehen und überwinden
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Hallo falk,
erst mal vielen dank für deine mühen und erklärungen,
das buch was du empfehlen tuest habe ich auch durchgelesen und durchgearbeitet es steht in meinen bücherschrank,
ich habe vor über 12 jahren eine verhatetensthrapie gemacht und kann vielen von dir bestätigen,ich konnte danach alleine raus gehen habe damals meinen autoführerschein gemacht und einige jahre gelebt,ja ich möchte fast sagen paradisisch gelebt,keine angst mehr gehabt,mir arbeit gesucht,aber durch härtestes mobbing bin ich wieder zurückgefallen,das konnte ich jahrelang nicht verstehen,aber so gut wie du hat das mir noch niemand erklärt,ja so ist das man fällt in sein altes erlerntes verhalten zurück,pschofarmaka helfen mir auch nehme ich aus seit jahren,mein thrapeut meint leider hüpnose sei nix für mich obwohl ich mir davon so viel erhoft habe,nun habe ich ein intressantes buch gelesen,wo viel erreicht wird mit der traumthrapie soll auch sehr hart sein,ich will danach morgen meinen thrapeuten befragen,noch mal vielen dank für deine erklärungen,
Mati
Danke für den Buchtipp Falk! Hab es mal zu den Favoriten abgelegt! ;)
Momentan befinde ich mich noch in einer Verhaltenstherapie, das ist jetzt meine 2. da ich die 1. abgebrochen habe.
Meine Therapie endet offiziell Mitte Juni ( 6Monate insgesamt) aber ich hab nicht das Gefühl, daß ich danach alleine zurechtkomme.
Ich hab zwar einiges bis jetzt gelernt zb. Gedankenstopptechnik, Kommunikation, Entspannung etc. Bin mir aber im Gesamten noch nicht sicher.
Das alleine rausgehen klappt auch noch nicht wirklich, klar kann ich alleine raus, aber wenn es weite Wege sind, setzt bei mir die Panik wieder ein.
Meistens kommen auch noch diese unbegründeten Panikattacken hoch, wo ich nicht weiß, was sie auslöst.
Merke auch, daß ich mich nicht wirklich konzentrieren kann, zb. wenn mein Therapeut mir eine Aufgabe gegeben hat, fiel es mir sehr schwer mich darauf zu konzentrieren, bzw. mich mit ihr auseinanderzusetzen.
Ich muß dazu sagen, das ich keine Psychopharmaka nehme, habe sie bis jetzt immer abgelehnt, obwohl schon oft der Gedanke da war, da ich nicht weiter wußte.
Ich hoffe, daß mein Therapeut noch ein paar Stunden dran setzt, da ich mir wirklich noch nicht sicher bin. :?
Aber so an sich finde ich die Verhaltenstherapie sehr gut, da viele Ängste bei mir schon besser, bzw. ruhiger geworden sind.
LG
Administrator
25.05.2007, 07:03
Hmm .. das kommt mir alles irgendwie ein wenig bekannt vor.
Ich möchte heute auf meine Chemie nicht mehr verzichten, das gibt mir die Sicherheit, die ich brauche.
Aber die Erfahrungen der Verhaltenstherapie möchte ich auch nicht missen, nur das alleine hätte nicht gereicht.
Hmm... ich komme aber irgendwie nicht an Medikamente ran, also ich will sie nicht! Habe dazu sehr zu viel Angst mich davon abhängig zu machen.
Aber so langsam denke ich mir, es kann nicht ohne Medikamente besser werden.
Ich merke auch so langsam, daß alleine die Verhaltenstherapie nicht reicht, wir, also mein Therapeut und ich, sind ja schon fast fertig mit der Therapie. Er will zwar noch ein paar Termine dran setzen, aber man merkt das einfach, das die Therapie zu Ende geht. ;)
Auch werden die Abstände der Termine immer länger.
Wenn es nach mir ginge, würde ich noch länger in psychologischer Behandlung bleiben wollen, aber ich weiß ja nicht, wie das mein Therapeut sieht. :lol:
So nun ist die Therapie zu ende und ich steh da ohne weitere Therapien oder Psychologen. Jetzt wo ich weiß, daß die Verhaltenstherapie zu Ende ist, wird auf einmal die Unsicherheit wieder groß. Habe das Gefühl, das die Verhaltenstherapie nicht allzu erfolgreich war. :?
Achso meine Therapie war insgesamt 30 h, 25h+5 Extra.
Eins stört mich an dieser Therapie und zwar das man das Vergangene, bzw. Ängste immer wieder beiseite schieben soll, was man ja auch in der VT lernt (Grübeltagebuch, Gedankenstopptechnik).
Wo ich aber das Gefühl habe, daß es sich staut. Ich habe mich mit meinen Therapeuten nur über die Ängste und Panikattacken unterhalten, das was davor war, schien ihm anscheinend nicht relevant oder gehörte nicht dazu. Er fragte ja auch nie danach und das von alleine erzählen schaffe ich nicht.
Mein Gefühl ist es aber, das genau auch diese Sachen mich belasten. Nun weiß ich aber nicht, wie ich es ihm klar machen soll. Da ja auch nun die Therapie zu Ende ist und wenn ich Probleme habe jederzeit anrufen könne. Komme mir dann aber ein wenig blöd vor, wenn ich anrufe, weil er mir den Eindruck machte, daß ich keine weitere VT bräuchte. :-( Aber die VT zu verlängern ginge erst wieder ab März 2009. :?
Ich fühle mich gerade, wie in einer Zwickmühle, weiß einfach nicht, wo ich anfangen soll etc.
Der Therapeut hatte ja auch einen sehr positiven Bericht geschrieben, daß sich meine Ängste etc. erheblich verringerten, daß mag ja sein, einiges ist schon besser geworden, aber ich fühle mich jetzt trotzdem irgendwie ohne diese Therapie orientierungslos und unsicher. Komme mir vor, wie vom Regen in die Traufe.
Er weiß auch, daß ich mit dem Alltag ziemliche Probleme habe und deswegen noch arbeitsunfähig bin und demnächst wieder ins Berufleben einsteige werde, da das Arbeitsamt mich in ein Rehaprogramm nimmt, aber ohne jemandem im Rückhalt zu haben, fühle ich mich mit der ganzen Situation überfordert. :?
Weil ich war gerne bei ihm und möchte auch nicht einen anderen Psychologen.
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